FDP.Die Liberalen
Uetikon am See
Ortspartei Uetikon am See
18.09.2017

Eingesandt: Podium zur Rentenreform am 6.9.17 in der Krone Uetikon

Zahlreiche Gäste aus Uetikon und den umliegenden Gemeinden fanden sich am 06.09.17 in der Krone Uetikon ein, um sich nach einem Apéro durch zwei ausgewiesene Experten über die Hintergründe der anstehenden, komplexen Rentenreform informieren zu lassen.

Hubert Beerli, Vorstandsmitglied der organisierenden FDP Uetikon am See, eröffnete den Abend nach einer kurzen Vorstellung mit je einer persönlichen Frage an die beiden Referenten. So wollte er von der Kantonsrätin und Meilemer Finanzvorsteherin Beatrix Frey-Eigenmann wissen, was sie denn am liebsten koche. Bei Andri Silberschmidt, welcher zurzeit den Standpunkt der Jungfreisinnigen täglich auf mindestens einer Veranstaltung vertritt, interessierte Beerli, wie sich der engagierte Jungpolitiker am besten entspanne. Damit hatte der Moderator gleich zu Beginn schon die Sympathien des Publikums gewonnen.

Anschliessend fasste Beerli die Hauptgründe zusammen, welche zur heutigen Schieflage unserer Sozialwerke führen: steigende Lebenserwartung, Geburtenrückgang, mangelnde Renditen auf Anlagen. Dass Reformen nötig sind, ist unbestritten. Die aktuelle Vorlage enthält mehrere Elemente, welche auch für die FDP absolut richtig sind, so z.B. die Erhöhung des Rentenalters für Frauen. Bei steigender Lebenserwartung insbesondere der Frauen und deren guter Ausbildung lässt sich heute eine vorzeitige Pensionierung der Frauen gemäss Frey-Eigenmann nicht mehr rechtfertigen. Auch die Flexibilisierung des Rentenalters ist ein Schritt in die richtige Richtung, der allerdings weitergehen und konsequenter ausgestaltet werden müsste.

Dass die Jungen aufgrund der demographischen Entwicklung mehr werden bezahlen müssen, scheint unumgänglich – weshalb wehren sie sich dagegen? Sind sie nicht bereit, einen solidarischen Beitrag für die ältere Generation zu leisten? Auf diese Frage des Moderators entgegnete Silberschmidt, dass die Jungen unsere Sozialwerke durchaus mittragen wollen. Sie sind aber nicht bereit, bedeutend mehr zu bezahlen für eine Lösung, welche nicht nachhaltig ist. Wird die vorliegende Reform am 24. September angenommen, ist keine Dringlichkeit mehr vorhanden, eine zukunftsfähige Lösung zu finden, was äusserst gefährlich ist.

Frey-Eigenmann plädierte dafür, den Blick auf das Ganze zu richten: mit dem steigenden Alter kommen neben den Renten noch ganz andere Kosten auf die Gesellschaft als Ganzes zu, man denke z.B. an die Pflegeeinrichtungen. Auch hier wird naturgemäss wiederum die aktive Generation den grössten finanziellen Beitrag leisten müssen.

Bezüglich Umwandlungssatz der Pensionskassen hielten die Politiker fest, dass man davon abkommen sollte, diesen politisch festzusetzen, denn so entspricht er nie den wirtschaftlichen Gegebenheiten. Jahrelang wurden zu hohe Beträge versprochen, so dass die älteren Arbeitnehmer nun schmerzlich feststellen müssen, nicht die erhofften Renten zu bekommen. Es ist jedoch höchste Zeit, der Realität ins Auge zu blicken und sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass für die FDP einzelne Schritte in die richtige Richtung kein Grund sind, einem Paket zuzustimmen, welches einen Ausbau der AHV für alle Neurentner beinhaltet – in einer Zeit, in der sich die Finanzen unserer Sozialwerke aus den erwähnten Gründen ohnehin schon deutlich absehbar weiter massiv verschlechtern werden. Sinnvolle Reformelemente können ohne dieses grosse, äusserst komplexe Paket umgesetzt werden.

Nach einer regen Diskussion mit dem Publikum schloss Beerli den offiziellen Teil des Abends. Viele Gäste führten danach bei einem von der Partei offerierten Getränk noch engagierte Gespräche im kleineren Kreis.